Dem Heidehaus liegt ein langer geschichtlicher Werdegang zu Grunde.
Es wurde durch die Herren von Wurmb ein Beschluss gefasst, auf der
„Heide“ ein Vorwerk zu errichten, welches zugleich mit einem Gasthof ausgestattet
werden sollte. Um dieses auch nutzen zu können, musste die Landstraße
nach Nordhausen daran vorbei gehen. So wurde als erstes der Straßenverlauf
verändert, der vorher quer durch alle Ländereien in dem sogenannten
Pfingstgrunde nach der Gemeinde zulief. Der Weg war durch seine Lage niedrig
im Tal bei nassen Wetter beschwerlich zu befahren, da alles grundlos war.
Den neuen Weg ließ man auf der Höhe am Gewande des Kesselfeldes
gleich auf das Haus zulaufen, von da auf den Gemeindetrift weiter, welches
die Fuhrleute gern sahen. Ihre Fürstliche Durchlaucht zu Sondershausen
sträubte sich sehr dagegen, aus dem Grunde, dass es den Wurmbs nicht
zukäme, eine Straße zu ändern. Man störte sich nicht
an solchen Einwänden.
Nun mußte in erster Linie für Wasser gesorgt werden, also
ließ man 1685 einen Brunnen graben, welcher durch einen Bergmann
aus Eisleben angelegt wurde, er war 19 Klafter und 133 Schuh tief. Es kostete
viel Mühe, da man auf harten Felsen stieß, welcher mit Pulver
gesprengt werden musste. Der Brunnen kostete 125 Ruthen.
Im Jahre 1717 berichtete Georg Ludwig v. Wurmb, dass er beabsichtigte,
auf der Heide eine Schenke zu bauen. Es wurden höhere Einnahmen an
dem Bierverkauf als im Ort vermutet und somit auch eine höhere Tranksteuer.
Der vormalige Schulze Lucas Köthe hat gegen die Erbauung einer Schenke
Einspruch erhoben. Er wollte sich wegen eines ungerechten Urteils an Wurmb
rächen und zeigte sie zu Langensalza wegen Unterschlagung der Tranksteuer
an.
Die Anzeige wurde aber niedergeschlagen.
Die Heideschenke wurde erbaut und an den hiesigen Schenken Martin Threbank
verpachtet, so das er das 1. Jahr 20 Gulden, das 2. und 3. Jahr 50 Gulden
geben sollte. So wurde auch Rindvieh hinauf getan, um das Sommerstroh zu
konsumieren und Mist zu machen. Dem Wirt wurden auch 2 Sauen und
6 Hühner gegeben.
Die schlechten Straßen begann man etwa um 1820 mit kleinen Steinen
(Schotter) zu festigen. Ein Teil der Kosten dafür wurde durch den
Straßenzoll aufgebraucht, der an den Chauseehäusern kassiert
wurde. Das Heidehaus war eines von den drei Chauseehäusern um Sondershausen
(es gab noch das Haus im Graß und das Schersenhaus). In diesen Häusern
wohnte der Straßenwärter mit seiner Familie. Tag und Nacht war
man auf den Beinen, Mann und Frau wechselten sich ab. Damit niemand ungesehen
passieren konnte, wurden Nachts die Schlagbäume heruntergelassen.
Bei schlechtem Wetter reichte der Wärter eine lange Stange mit einem
kleinen Blechteller hinaus.
Auch heute hat das Heidehaus noch eine große Bedeutung für
den Durchgangsverkehr an der Straße Sondershausen - Nordhausen.
Am 16.07.1984 begann Familie Knott im Speiselokal Heidehaus, das zur
damaligen Zeit noch
Konsum-Gaststätte war, zu arbeiten.
Privatisiert wurde das Gasthaus am 01.10.1990 und Herr Knott nahm die
Möglichkeit einer Übernahme war.
Als Herr Knott 1999 in den Rentenstand trat, vertraute er die Leitung
seiner Ehefrau an.
Im Heidehaus trifft der Spruch zu „Hier kocht die Wirtin selbst“. Das
Sie das gut kann, beweist die deftige Thüringer Küche, von der
sich jeder überzeugen kann.
Der Tag in der Heidehausgaststätte beginnt um 8.00 Uhr mit dem
Frühstückstisch.
Es gibt sogar einen Frühstücksstammtisch, an dem sich zum Teil
auch Unternehmer des Kreises Sondershausen einfinden um Erfahrungen auszutauschen
und natürlich auch zu frühstücken.
Das Frühstücksangebot reicht von Hackepeter, Rührei,
Strammer Max bis hin zu belegten Brötchen.
Ab 11.00 Uhr beginnt der Mittagstisch. Vorstellen möchte ich nur
eine kleine Auswahl der reichhaltigen Menüs. Da wären Kaßler,
Schweinebraten, Rostbrätl, Fischgerichte und Kindergerichte.
Um 15.00 Uhr treffen die Reisegruppen zur Beköstigung, im Heidehaus
ein.
Zum Serviceangebot der Gaststätte gehören:
- Ausstaffierung von Feierlichkeiten in der Gaststube bis zu 30 Personen
- Kalte Platten auf Bestellung
- Kaltwarmes Buffet auf Bestellung
Das Heidehaus ist eine brauereifreie Gaststätte. Die Angebotspalette
der Getränke besteht aus:
- Veltins Bier (Hausmarke)
- Ur-Krostritzer
- Maisel´s Weisse
- Budweiser
- Gepflegte Weine
- Üblicher Standart an alkoholfreien Getränken
- „Guter heißer Kaffee“
Das Heidehaus hat nichts von seiner rustikalen Gemütlichkeit eingebüßt.
Zu verdanken ist dies vor allem den ständigen Sanierungsarbeiten ,
die die Familie Knott durchführt.
Erfreulich sind die stabilgebliebenen Preise denen der Euro nichts
anhaben konnte.
Wer jetzt auf den Geschmack gekommen ist, schaut doch einfach mal rein.
Öffnungszeiten: Ohne Ruhetag
Mo-Fr 8.00 Uhr - 15.00 Uhr
Sa-So 11.00 Uhr - 14.00 Uhr
Nach Absprache kleine Gruppen auch am Abend.
Anschrift: Gaststätte Heidehaus
Auf der Heide 13
99706 Sondershausen/OT Großfurra
Tel.: (0 36 32) 60 39 35
( Quelle :G. Moie Heimat- und Geschichtsverein)
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