Glückauf Sondershausen Entwicklungs- und Sicherungsgesellschaft mbH,             Erlebnisbergwerk Betreibergesellschaft

In der nächsten Zeit möchten wir Betriebe aus Großfurra vorstellen. Die GSES GmbH ist einer der Betriebe, welcher die Bergbautradition fortsetzt, deshalb möchten wir ihn heute vorstellen.
In Sondershausen, im Südharz-Kalirevier Thüringens, befindet sich das Bergwerk „Glückauf“ Sondershausen, das älteste noch befahrbare Kalibergwerk der Welt. Der heute noch genützte Brügmann-Schacht wurde von 1893 bis 1895 geteuft und 1896 in Betrieb genommen.
Mit dem Vollzug der Einheit beider deutscher Staaten mußte aus objektiven Gründen 1991 die Produktion von Kalidüngemitteln und chemischen Nebenprodukten, wie Magnesiumchloridsohle und Brom, eingestellt werden. Ursachen für die Einstellung des Gewinnungsbergbaus waren die schlechter werdenden Lagerstättenbedingungen, die veralteten übertägigen Anlagen zur Energieerzeugung und Aufbereitung sowie die allgemeinen weltwirtschaftlichen Bedingungen im Kalidüngemittelmarkt.In Sondershausen wurden pro Jahr durchschnittlich 250.000 t Kalirohsalze verarbeitet. Zuletzt arbeiteten ca. 3600 Beschäftigte am Standort des Bergwerkes, dem Kombinat Kali, sowie dem Kaliforschungsinstitut.
Mit dem Vollzug der Wirtschafts- und Währungsunion unterstand das Bergwerk der Treuhandanstalt bzw. der Gesellschaft zur Verwahrung und Verwertung stillgelegter Bergwerksbetriebe (GVV mbH). Diese führte im Auftrag der Treuhand die Stillegung und Verwahrung durch.
Durch umfangreiche Gutachten zur Gefährdungsabschätzung der untertägigen Hohlräume wurden u.a. Sicherungsmaßnahmen unmittelbar unter der Stadt Sondershausen notwendig. Um großflächige Absenkungen im Innenstadtbereich auf ein erträgliches Maß zu reduzieren, wurden u.a. die betreffenden Hohlräume mit aus dem eigenen Bergbaubetrieb gewonnenen Steinsalz wieder geschlossen. Um die Belastungen der öffentlichen Hand zu reduzieren, wurde mittels Gutachten die Möglichkeit geprüft, zur Verfüllung der offenen Hohlräume andere geeignete Stoffe aus bergbaufremden Bereichen, hier mineralische industrielle Abfälle, zu verwenden.
Im Jahr 1995 wurde das Bergwerk „Glückauf“ privatisiert. Die GSES GmbH nahm ihre Gesellschaftstätigkeit auf.
Mit der Aufnahme der Geschäftstätigkeit 1995 vertrat die GSES GmbH das zweite privatisierte Versatzbergwerk Thüringens. Gleichzeitig bemühen sich die Gesellschafter weitere Industrieunternehmen in Sondershausen oder anderen geeigneten Standorten Thüringens anzusiedeln.
Das Geschäftsfeld der GSES beschäftigt sich mit:
- dem Versetzen der untertägigen Hohlräume mit geeigneten zugelassenen Abfallstoffen
- der Rekultivierung der zirka 65 ha großen Kalirückstandshalde.
Die Umsetzung der Forderungen des Bundesberggesetzes führte zu dem Erfordernis der Verfüllung bestimmter Hohlräume unter Tage zur Abwendung von Gefahren für die Öffentlichkeit. Diese Gefahren bestehen durch die langsam voranschreitenden großflächigen Absenkungen, und der Möglichkeit von plötzlichen seismischen Ereignissen (Gebirgsschlaggefahr). So müssen beispielsweise unter Großfurra noch das Westfeld V (Neuheide) und ein Feld westlich vom Bahnhof verfüllt werden. Insgesamt sind bereits 75 % unter Großfurra verfüllt.
Zur Rekultivierung der Kalirückstandshalde werden geeignete mineralische Abfälle, wie Böden und Bauschutte eingesetzt. Die Abdeckung dient der Renaturierung des Haldenkörpers. Hierdurch wird gleichzeitig der Eintrag von Salzen ins Grundwasser und Vorfluter verhindert.
Heute arbeiten ca. 150 Personen bei der GSES GmbH.
 

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Die Organisation und Durchführung von touristischen Veranstaltungen im Bergwerk gehörte anfangs mit zum Geschäftsfeld der GSES GmbH. 1998 wurde die Erlebnisbergwerk Betreibergesellschaft mbH (EBBG) gegründet. Sie arbeitet eng mit der Stadt Sondershausen
und dem Kyffhäuserverkehrsverband zusammen. Heute sind in der EBBG mbH 7 Personen beschäftigt.
Der Bedarf der Bevölkerung, ins Bergwerk einzufahren, wurde immer größer und so entstand eines Tages die Idee, die Bevölkerung in den Schacht einfahren zu lassen. Wo 1995/96 die Zahl der Einfahrenden ca. 5000 betrug, sind es heute schon 15.000 Personen im Jahr.
Der Tourismusverkehr bietet Interessierten eine Grubenfahrt an. Während der ca. 3-stündigen Grubenbefahrung entdecken Sie ein geheimnisvolles unterirdisches Labyrinth. In Begleitung fachkundiger Bergleute erfahren sie bei einer abenteuerlichen Rundfahrt Wissenswertes, Spannendes und Interessantes über das Bergwerk und seine Geschichte.
Unter Tage befindet sich eine ca. 500 m lange Lokstrecke, welche auch zum Mitfahren einlädt. Die 35 m lange Salzrutsche ist für Groß und Klein ein riesiger Spaß. Dort befindet sich weiter ein Museum über den Bergbau, Großgeräte und der Bergversatz werden vorgestellt. Der jetzige Festsaal, welcher seit ca. 1913 existiert, wird für besondere Anlässe genutzt, wobei dort schon Hochzeiten, eine Karnevalseröffnung, musikalische und Vereinsveranstaltungen stattgefunden haben. Auch für private Veranstaltungen kann dieser Festsaal genutzt werden, man muß sich nur rechtzeitig anmelden. Auch andere Anlässe ließen schon die Besucher in das Bergwerk strömen, wie z.B. das Mountainbike-Rennen und der Kristallauf. Zur Zeit wird ein Konzertsaal mit 300 Sitzplätzen und einer großen Bühne gebaut, man kann dort Konzerte von Pop bis Klassik in toller Akustik erleben. Natürlich gibt es dies auch im jetzigen Festsaal, aber die Sitzplätze reichen hier meist nicht aus. Am 4. 11.2000 findet in der jetzigen Baustelle bereits wieder ein Konzert mit dem Titel „Zukunftsmusik“ statt.
Desweiteren soll im nächsten Jahr eine Kegelbahn fertiggestellt werden, worauf sich alle Kegelfreunde bestimmt jetzt schon freuen. Auch eine Kahnstrecke von ca. 200 m wird in Kürze fertiggestellt, wenn das keine Abwechslungen im Bergwerk sind.
Nun möchte ich noch einige Worte zum Bild der „Heiligen Barbara“ verlieren. Die katholischen Kirche stiftete das Bild dem Erlebnisbergwerk. Sie ist die Schutzheilige der Bergleute. Jedes Jahr im Dezember feiern die Bergleute in Zusammenhang mit dem Bergmannsverein Glückauf e.V. das Schutzheiligenfest.
 
 

( Quelle: Salm, ABM-Chronik)                                              zurück zu Gewerbe   -  zu Großfurra